Was passiert, wenn Häuser zu eigenständigen Akteuren am Energiemarkt werden? Welche Ziele verfolgen sie und wie verhandeln sie untereinander?  Und wie verändert sich das Verhalten ihrer BewohnerInnen, während die Stadt sich zunehmend vernetzt, zuhört und mitredet?

Zum Thema “Uncanny Values” erdachten Johanna Pichlbauer und Mia Meusburger ein Theaterstück, das verschiedene Positionen zur vernetzten Stadt zur Sprache bringt. Frei nach Nestroys Posse “Das Haus der Temperamente”, in welcher vier Familien mit unterschiedlichen Temperamenten ein Zinshaus bewohnen, geht es in der “Stadt der Temperamente” um vier NutzerInnen eines Smart Buildings in aspern Seestadt, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Gewohnheiten und Energiekonsummuster in Konflikte verstricken. Vierfärbig spielen die Designerinnen mit dem Absurden, laden Leidenschaft auf mit künstlicher Intelligenz und treiben diese auf die Spitze und damit ins Chaos des vernetzten Miteinanders. 

Das Theaterstück wurde am 5. und 6. Juli im Flederhaus in Wien Aspern im Rahmen der Biennale 2019 des MAK aufgeführt. Derzeit ist eine Umsetzung als Hörspiel in Arbeit.

Achte ist’s, das Haus erwacht, 
Prognosen sind bereits gemacht,
Ein Graph, der über’n Tag verläuft,
Tabell’n, mit Daten überhäuft.

Und es erscheinen nacheinander,
Frau von Volt und Alexander
Braus, der Herr von Smart 
und unten ganz 
im Haus am See, 
steht am Balkon Madame Privée.

Was wird an Strom der Wind heut bringen?
Was macht der Smart mit smarten Dingen?
Wer wird auf Technik ganz verzichten?
Wer wird den Automat vernichten?
Herr Braus in seinem Lampenfieber
findt er sich gar im Dunkeln wieder?

Wer wird sich in wen verlieben?
Und diese Zahl, die 427.
Was will Fortuna uns da sagen? 
Aspern steht vor lauter Fragen..
"Alles könnt so einfach sein, wenn die Leut’ sich ein bissl mehr so verhalten würden, wie man’s von ihnen erwartet. Aber Nachbarschaft ist halt unberechenbar… " Frau Volt, Privatkraftwerk-besitzerin
"Meine tausend kleinen Mitbewohner, alle rührend um mein Wohl bedacht. Herrlich, nicht?" Sebi Smart, Early Adopter
"Wenn’s mich mit Fragen bombardiert, erzähl ich G’schichtln ungeniert, bis es in’ Ruhezustand geht, weil’s müde is und nix versteht." Madame Privée, Skeptikerin
"Man ist nur einmal auf dieser Welt, und auch nur kurz, da wird man’s doch schön hell haben dürfen." Herr von Braus, Hedonist und Lampenfreund
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